Lutz Dammbeck – Zwei Dokumentationen

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Der Leipziger Künstler und Filmemacher Lutz Dammbeck (geb. 1948) hat zwei Dokumentationen ins Leben gerufen, die es in sich haben. Beide Dokumentationen sind in einem experimentellen Stil gehalten, überzeugen zugleich jedoch durch ihren klaren und undogmatischen Blick.

Das Netz beschäftigt sich mit der Herkunft und dem Wesen des Internets, das in einer durchrationalisierten Weltsicht gründet. Zugleich stellt Dammbeck den Zusammenhang des Internets mit einem freien, zum Experiment und zur Gestaltung aufrufenden Lebensgefühl der 1970er und 80er Jahre her. Der Unabomber kommt als berechtigter Kritiker der Industrialisierung zum Wort.

Overgames hingegen geht der Frage nach, ob die Deutschen nach 1945 an einem neurotischen Identiätsproblem leiden, wie es amerikanische Psychiatier in den 1950er Jahren bereits diagnostizierten. Dammbeck gräbt dabei weiter nach den Methoden der amerikanischen Re-education und den Wurzeln der Gameshows im deutschen Fernsehen.

Wie könnte man es schaffen, auch in schwierigen Zeiten, in denen es darum geht zu „ent-staatlichen“ und zu „ent-grenzen“, eine Diskussion über nationale Identität zu führen? Ich bin nicht überzeugt von der Hoffnung, dass sich diese Problematik auflösen wird, indem wir eine multikulturelle, eine globale Gesellschaftsordnung bekommen.

Lutz Dammbeck im Gespräch mit dem Goethe Institut

 

 

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