Friedrich Hölderlin – Im Walde

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Das Werk Friedrich Hölderlins (1770-1843) hat zu vielfältigen und unterschiedlichsten Interpretationen eingeladen. Am Ende bleibt kaum noch etwas von dem Zauber und Klang der Sprache übrig. Wir wollen all den akademischen Lärm ausblenden und uns auf den Kern der Sprache besinnen, die Dichtung selbst.

Im Walde

Aber in Hütten wohnet der Mensch, und hüllet
sich ein ins verschämte Gewand, denn inniger
ist achtsamer auch und daß er bewahre den Geist,
wie die Priesterin die himmlische Flamme,
dies ist sein Verstand.
Und darum ist die Willkür ihm und höhere Macht
zu fehlen und zu vollbringen dem Götterähnlichen,
der Güter gefährlichstes, die Sprache dem Menschen
gegeben, damit er schaffend, zerstörend, und
untergehend, und wiederkehrend zur ewiglebenden,
zur Meisterin und Mutter, damit er zeuge, was
er sei geerbet zu haben, gelernt von ihr, ihr
Göttlichstes, die allerhaltende Liebe.

 

Martin Heidegger liest und interpretiert Hölderlin:

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