Archaische Betrachtungen: Der Menschheyt innewohnt das Tier

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Der Menschheyt innewohnt das Tier. Viele Teile haben wir.

 

Einem Gierling gleich, fressen wir Pflanze und  auch Fleisch.

Wie mans vom Bäre kennt, beherrscht uns Argwohn ist da einer fremd.

Wie es beim Wulfe die Manier, verteidigen wir bissig das Revier.

Vom Fuchse wie ein jeder wisst, stammt unsres Scharfsinns kühnste List.

Der Erpel hat uns stolz gelehrt, das man nur eine Frau begehrt.

Denken zeigten uns die Raben, von ihnen wir die Klugheit haben.

Zu unserem Volke tiefe Liebe, zeigte uns gewiss die Biene.

Dem Dachs ist es zu ehren, dass wir wissen uns zu wehren.

 

Unser tierisch Antrieb gar, Ursprung unsres Sieges war.

 

So tat die Zeit ihr Stück dazu, der Mensch betrachtet seyn in Ruh.

Erhob sich über jedes Wesen, wollte mit Geist die Welt genesen.

Der Gaben voller Überdruss, verschwand was war im Überfluss.

Was nicht gebraucht das muss verschwinden, der Mensch nun seine Mitte finden.

 

Der Wut hat er sich abgewandt, der neue Mensch ist tolerant.

Kein Fleisch wird auf dem Tische stehen, denn Blut kann man längst nicht mehr sehn. Gewichen ist auch jede List, der Fremde Herr im Hause ist.

So haltens heut die feinen Leute, niemals Jäger immer Beute.

Man braucht sich nun nicht mehr zu messen,

man wird vorm Kampfe schon aufgefressen. Kinderwunsch wird stolz negiert, Völker zu Konstrukten deklariert.

Selbstredend das der neueste Schrey, für jeden Mann Vielweiberei.

Was ist das Rudel heut noch Wert, es wird zum Feindbilde erklärt.

 

Vom Tiere ist nicht viel geblieben, man hat sich abgewandt von Trieben.

Heut soll man sein weich, lieb und zart, statt wie dereinst gesund und hart.

 

Willst du kein Teil sein von dem Schrecken, musst du das Tier in dir entdecken. Lern Stärke, Stolz und List, werde wieder was du bist.

 

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